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Bergener Schule

Der nordholländische Badeort Bergen aan Zee gehörte seit 1900 zu den beliebten Zufluchtsorten für Künstler. Dort entstand kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Künstlerkolonie, die als "Bergener Schule" oder auch "Bergense" bzw. "Bergensche School" sowie "Nieuwe Kring Bergen" bekannt wurde und eine wichtige Rolle in der Entwicklung des holländischen Expressionismus spielte.
Die Gruppe der dort versammelten Künstler könnte allerdings nicht heterogener sein. Der eigentliche Anführer war der Maler Leo Gestel (1881-1941), der sich 1910 in Bergen niederließ und somit den Grundstein der "Bergener Schule" legte. Daneben übte Henri Le Fauconnier (1881-1946) den größten Einfluss auf die "Bergener Schule" aus. Trotz ihrer Bezeichnung handelte es sich bei der "Bergener Schule" um eine lockere Ansammlung von Künstlern, die den Stil der "Haager Schule" überwinden wollten und neue Möglichkeiten in der Kunst des Postimpressionismus, vor allem aber im Werk Paul Cézannes und Vincent van Goghs suchten. Zu den formalen Anregungen aus Frankreich kamen sozialistische Vorstellungen hinzu, woraus sich eine politisch engagierte Form des Expressionismus mit dem Ziel, die Welt zu verbessern, ergab.
Als Ausstellungsorgan der "Bergener Schule" entstand der "Hollandsche Kunstenaarskring", der vom wichtigsten Mäzen der "Bergener Schule", Piet Boendemaker, gefördert wurde und jährlich große Ausstellungen im Stedelijk Museum organisierte. Ab etwa 1922 löste sich die "Bergener Schule" auf. Die wichtigsten Vertreter der "Bergener Schule" sind Else van den Berg, Gerrit Willem van Blaaderen, Arnout Colnot, Dirk Filarski, Leo Gestel, Henri Le Fauconnier, Wim Schumacher, Samuel Schwarz, Matthieu Wiegman und Piet Wiegman.


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