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Auktion: 474 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 23.11.2018 in München Lot 118001837

 
Objektbeschreibung
Selbstbildnis. Um 1815.
Öl auf Leinwand.
65,7 x 52,8 cm (25,8 x 20,7 in).

Mit einer schriftlichen Bestätigung von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, vom 1. September 2014.

Essay
Bei unserem Gemälde handelt es sich um ein Altersselbstbildnis von Friedrich Heinrich Füger, einem der bedeutendsten Maler des Wiener Barock, bis 1806 Direktor der Wiener Kunstakademie und schließlich Direktor der Kaiserlichen Galerie im Belvedere. Seinen Ruhm begründet Füger auf politisierenden Historienmalereien sowie Miniaturen und Porträts. Für seine eigene Darstellung wählt Füger die klassische Form des Brustbilds, wobei der Oberkörper leicht zur Seite gedreht wird, während der feste Blick aus dem Bild gerichtet ist. Dabei geht es nicht um die Selbstdarstellung als bildender Künstler - keinerlei Attribute oder hintergründliche Gestaltungselemente verweisen auf Fügers berufliche und gesellschaftliche Stellung -, sondern allein die gefasste Mimik und der unverwandt auf den Betrachter gewendete Blick beschreiben seine Person und seinen individuellen Zustand. Die glatte Malweise und die Durchbildung der raffinierten Kragenpartie geben dem streng blickenden Gesicht dabei eine etwas lockerere Note. Ob ein konkreter Auftraggeber oder nur ein persönlicher Dokumentationswille hinter dem Bild steht, ist nicht mehr eruierbar. Jedoch zeigt die Bildanlage deutliche Übereinstimmungen zu anderen Selbstdarstellungen des Künstlers, die zwischen 1767 und 1818 in Form von Miniaturen, Zeichnungen und Ölgemälden mehrfach entstehen (vgl. WVZ Keil 6, 26, 30, 85, 178-180, 409, 535, 595-597, 615). Die meisten seiner Selbstbildnisse malt Füger dabei gen Lebensende - das zuletzt entstandene Ölgemälde von 1818, dem Todesjahr des Künstlers, befindet sich heute im Liechtensteinmuseum in Wien. Unser Gemälde ist hingegen stilistisch zeitlich etwas früher zu verorten und ist möglicherweise identisch mit einem nur in der älteren Literatur nachweisbaren Selbstbildnis des Künstlers, welches im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts als in böhmischem Privatbesitz befindlich aufgeführt wird (vgl. Karl Wilzek, Heinrich Friedrich Füger. Seine Gemälde und Zeichnungen, Dissertation, Wien 1925, S. 48, Nr. 8; WVZ Keil S. 409). [FS]
118001837
Friedrich Heinrich Füger
Selbstbildnis, Um 1815.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 15.000 - 20.000
+
 


Weitere Abbildungen
Friedrich Heinrich Füger - Selbstbildnis - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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