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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 695

 
Objektbeschreibung
Kinder am Brunnen II. 1910.
Öl auf Leinwand.
Heiderich 250. Vriesen 195. Verso und auf dem Keilrahmen mit dem Nachlassstempel. Auf dem Keilrahmen handschriftlich bezeichnet "Kinder am Brunnen II 1910". 80,5 x 56,5 cm (31,6 x 22,2 in).

Mit einer Fotoexpertise von Dr. Wolfgang Macke vom 1. März 1971.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Galerie Aenne Abels, Köln, 20.2.1971.
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Gedächtnis-Ausstellung August Macke, Frankfurter Kunstverein, 1920, Kat.-Nr. 17.
Gedächtnis-Ausstellung August Macke, Neues Museum Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein/Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst, Wiesbaden 1920.
August Macke Gedächtnisausstellung des Museumsvereins, Suermondt-Museum, Aachen 1948, Kat.-Nr. 15.
August Macke Gedächtnisausstellung, Museum am Ostwall, Dortmund 1949, Kat.-Nr. 9.
August Macke, Städtisches Kunstmuseum, Duisburg 1949, Kat.-Nr. 9.
August Macke, Kunstverein Braunschweig 1954, Kat.-Nr. 25.
August Macke - Gedenkausstellung zum 70. Geburtstag, Westfälischer Kunstverein/Westfälische Wilhelms-Universität/Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 1957, Kat.-Nr. 20.
Entartete Kunst, Haus der Kunst, München 1962, Kat.-Nr. 65.
Galerie Aenne Abels, o. J., Kat.-Nr. 25
August Macke und Freunde. Begegnungen in Bildwelten. Museum August Macke Haus, Bonn 3.12.2017-4.3.2018, Kat. mit Abb. S. 61.

LITERATUR: Elisabeth Erdmann-Macke. Erinnerungen an August Macke, 1987, S. 183.
"Die Sprache der Formen verstehen heißt: dem Geheimnis näher sein, leben. Schaffen von Formen heißt: leben. Sind nicht Kinder Schaffende, die direkt aus dem Geheimnis ihrer Empfindungen schöpfen, mehr als der Nachahmer griechischer Formen?"
August Macke: "Die Masken", in: Der Blaue Reiter, 1912, S. 55.

Essay
1909 heiratet August Macke Elisabeth Gerhardt und siedelt mit ihr nach Tegernsee und kurz darauf nach Bonn über. 1910 wird Sohn Walter geboren. Diese Zeit markiert einen ersten Ruhepunkt in seinem Leben, die Möglichkeit sich zu besinnen, wer man ist und wer man sein möchte. Die Familie wird Teil des Lebens von August Macke und hält damit auch Einzug in sein künstlerisches Schaffen. Zeitgleich wird der Themenkreis Kind und Familie auch für andere männliche Künstler interessant. Bisher war dieses Thema hauptsächlich den Künstlerinnen vorbehalten, die ihre alltägliche Umgebung zum Bildinhalt machten, da ihnen eine akademische Ausbildung verwehrt blieb. Die Künstler des "Blauen Reiter" faszinierte das schöpferische Potenzial des Kindes. Ihr Anliegen war es, einen so einfachen, so wenig wie möglich von tradierten Vorstellungen beeinflussten Ansatz zur Kunst zu finden, weg von dem Staffeleibild als Inbegriff der akademischen Kunstauffassung. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen scheint die Welt des Kindes einen neuen Zugang zu unverstellter Natürlichkeit zu eröffnen. Sie besitzen das Werkzeug, mit unvoreingenommener Neugier das innere Wesen der Dinge zu erkunden und zu erfassen. In gewisser Weise gleicht der Künstler in seinem Wesen dem Kind, gelingt es ihm oft leichter als einem anderen, zu dem inneren Klang der Dinge zu gelangen. Besonders im Werk von August Macke findet sich ein auffällig reiches Spektrum an Kinderdarstellungen. Der Künstler nimmt sie ernst in ihrem kindlichen Tun und stellt sie in ihrer so eigenen Lebensrealität dar. August Macke illustriert in seinen Bildern das Ideal einer kindlichen Welt. In der uns vorliegenden Arbeit sehen wir zwei Bauernkinder in ländlichem Idyll. Das Mädchen links, fest auf dem Boden stehend, umfasst den Krug mit sicherer Hand, während der Junge, rechts auf dem Brunnenrand sitzend, die Wasserfläche im Blick zu haben scheint. Interessanterweise können wir anhand der Erinnerungen von Mackes Frau genau nachvollziehen, dass es sich bei den beiden Kindern um Sohn und Tochter des Brauburschen Meier handelt, der in der herzoglichen Brauerei Tegernsee arbeitete und der mit seiner Familie in unmittelbarer Nachbarschaft von Macke lebte. Eine zweite Version dieses Bildes, welches im Werkverzeichnis mit dem Titel "Kinder am Brunnen I" bezeichnet ist, gehörte einst in die bedeutende Sammlung Bernhard Koehler (WVZ-Nr. 276, S. 384), dem frühen Förderer von August Macke und Franz Marc. Diese Version wurde während eines Luftangriffs auf Berlin im Zweiten Weltkrieg mit etlichen weiteren Kunstwerken zerstört. [SM]
695
August Macke
Kinder am Brunnen II, 1910.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 200.000
+
 


Weitere Abbildungen
August Macke - Kinder am Brunnen II - Rahmenbild
Rahmenbild
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