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Auktion: 425 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 12./13.06.2015 in München Lot 811

 
Objektbeschreibung
Mo. 1954.
Öl mit Kunstharz auf Hartfaserplatte.
Beye/Baumeister 1979. Links oben signiert und datiert. 23,8 x 39,8 cm (9,3 x 15,6 in).
Die vorliegende Arbeit gehört zu Baumeisters berühmter "Montaru"-Serie, welche zwischen 1953 und 1955 entstanden ist. [JS].
Gemälde der "Montaru"-Serie befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Nationalgalerie Berlin, des Sprengel Museums Hannover, der Städtischen Kunsthalle Mannheim und des Karl Ernst Osthaus-Museums, Hagen.

PROVENIENZ: Ehemals Sammlung Heinz Rasch, Wuppertal (seither in Familienbesitz).

LITERATUR: Will Grohmann, Willi Baumeister. Leben und Werk, Köln 1963, Werkverzeichnis Nr. 1523, S. 147 (mit Abb., dort unter dem Titel "Mo VII").

Essay
In der berühmten "Montaru"-Serie kulminiert Baumeisters Spätstil. Die Arbeit dieser Werkreihe, die zwischen 1953 und 1955 entsteht und sich durch die Aufnahme, Kombination und künstlerische Weiterentwicklung von Bildelementen früherer Schaffensphasen auszeichnet, hat bereits in einzelnen Werken ab 1951 seine Vorläufer. So findet sich die den Bildtypus der "Montaru"-Serie auszeichnende schwarze Farbfläche, welche das Bildzentrum dominiert und fortan - wie in der vorliegenden Arbeit - in ihren Randbereichen im Sinne einer spannungsvollen Komposition zerlegt und zerstückelt wird, bereits in dem 1952 entstandenen Gemälde "Schwarzes Phantom" (Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid). Nur wenige Monate später, im Januar oder Februar 1953 beginnt Baumeister schließlich mit dem Gemälde "Montaru 1", welches sich in der Sammlung des Sprengel Museums Hannover befindet, seine bedeutende "Montaru"-Serie. Titelgebend ist eine lautmalerische Wortschöpfung des Künstlers, die sich aus den Worten "mons" bzw. "mont" (Berg) und der Klangsilbe "aru" zusammensetzt, welche auf das undurchdringliche Dunkel der Bilder anspielt und aus dem Namen des biblischen Berges Ararat abgeleitet ist. Die scheinbar auf der Bildfläche expandierende Schwärze ist schwebend dargestellt, über ihre durch Farbformen und kleinteilige Abspaltungen bewegten Ränder greift sie in die Fläche aus und wird auf diese Weise in das charakteristische Spannungsverhältnis zum Bildträger gebracht. Weitere Gemälde dieses eindrucksvollen Werkkomplexes befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Nationalgalerie Berlin, der Städtischen Kunsthalle Mannheim und des Karl Ernst Osthaus-Museums, Hagen.

811
Willi Baumeister
Mo, 1954.
Öl
Schätzung:
€ 140.000
Ergebnis:
€ 175.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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