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Auktion: 407 / Post War/ Zeitgenössische Kunst am 08.06.2013 Lot 275

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1992.
Acryl auf Blei über Holzkern.
Verso signiert, datiert und bezeichnet. 179,8 x 110,3 cm (70,7 x 43,4 in).

Wir danken dem Büro Günther Förg für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung London.

Günther Förg beginnt 1973 sein Kunststudium an der Akademie für Bildende Künste in München als Schüler von Karl Fred Dahmen. Seine ersten Werke sind abstrakte, stark reduzierte Variationen der Farbe Grau. Ab 1976 experimentiert er mit neuen Bildträgern wie Blei, Aluminium und Kupfer und erarbeitet eine eigene Farbskala. 1978 entstehen seine ersten Wandmalereien. Bereits ein Jahr nach seinem Studienabschluss 1979 richtet die Galerie Schöttle in München seine erste Einzelausstellung aus. Weitere Ausstellungen in Chicago, Zürich, München und Köln folgen. Anfang der 1980er Jahre beschäftigt sich Förg auch mit großformatiger Fotografie, später kommen Reliefs und Skulpturen hinzu. Intensiv setzt sich der Künstler mit historischen Positionen der Abstraktion auseinander. Die monochromen Flächen und Streifen, in die Förg seine Arbeiten unterteilt, werden durch die sichtbaren Spuren des Pinsels zum Leben erweckt. Schlieren, Schichtungen und transparente Durchlässe lassen die Farbe vibrieren, und der Malprozess bleibt zu jedem Zeitpunkt der Betrachtung nachvollziehbar.

Besonderen Ruhm erlangt Förg mit seinen sogenannten Bleibildern, die durch ihren Malgrund in Kombination mit der zumeist reduziert eingesetzten Bemalung eine einzigartige Wirkung erzeugen: "In den Bleibildern kommt Förgs Widerstand gegen die Darstellung im Gemälde zum Ausdruck [..]. Er verwirft, was die Form definiert, weil es der Raumsuggestion im Weg steht. Getreu diesem Ausgangspunkt sind die meisten Bleibilder aus symmetrischen Elementen aufgebaut; die häufig ausgesparten Flächen schaffen Raum, statt Formen zu bilden. [..] Förg will die picturale Form schaffen, welche abstrakt ist, aber auch das Gefühl eines geordneten, eindeutigen Raums erzeugt. Die Bleioberfläche mit ihren vielen Unebenheiten sorgt außerdem für dauernd wechselnde Lichtreflexionen." (zit. nach Karel Schampers, Günther Förg, in: Günther Förg. Gesamte Editionen 1974-1988, Stuttgart 1989, S. 18).

Seit den 1990er Jahren wendet sich Förg der Ölmalerei auf Leinwand zu und bezieht figürliche Elemente in seine Arbeiten mit ein. 1992 folgt der Künstler dem Ruf als Professor an die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Im selben Jahr ist er auf der documenta IX in Kassel vertreten. Bedeutende Ausstellungen in zahlreichen Museen in Europa und den USA folgen. Es bleibt einmal mehr zu betonen, dass sich beim Betrachten von Förgs Werken besondere Sehmomente einstellen: "Vor Arbeiten von Günther Förg stehend wird dem Betrachter bereits beim ersten Blick auf das Bild das glückliche Gefühl vermittelt, schon am Ziel zu stehen. Das, was uns der Künstler sehen lässt, ist möglicherweise wenig, aber weder zu übersehen noch zu negieren. Manchmal werde ich von der Vorstellung heimgesucht, dass der farbführende Pinsel beim letzten Arbeitsgang auf dem Farbträger eintrocknen könnte, um dann, als letzter Akt, vom Bild gerissen zu werden. Wie viele Künstler brachten bis heute den Pinsel ins Spiel und wie viele unter ihnen mussten dieses Werkzeug in ihren Bildern wiedergeben und noch malen?" (Johannes Gachnang, in: Günther Förg. Ausst.Kat. Galerie Fahnemann, Berlin 1994, o.S.). [KP].

275
Günther Förg
Ohne Titel, 1992.
Acryl
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 61.000

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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