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Auktion: 350 / Moderne Kunst am 19.06.2009 in München Lot 290

 
George Grosz - Spaziergänger

Objektbeschreibung
Lot: 290
George Grosz
1893 Berlin - 1959 Berlin
Spaziergänger. Um 1930.
Aquarell und Federzeichnung in Braun.
Rechts unten signiert. Verso von fremder Hand betitelt. Auf festem Velin von PM Fabriano (mit Wasserzeichen). 60 x 47,7 cm (23,6 x 18,7 in), Blattgröße.
Die Arbeit zeigt den Künstler, seine Frau Eva und ihre Schwester.

Laut freundlicher Auskunft von Herrn Ralph Jentsch, Rom, handelt es sich um eine authentische Arbeit.

PROVENIENZ: Privatsammlung Spanien.

AUSSTELLUNG: Das wahre Gesicht unserer Zeit, Kunsthalle zu Kiel der Christian-Albrechts-Universität, Kiel, 2. Mai - 27. Juni 2004.

George Grosz - 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren - wächst in der pommerschen Stadt Stolp auf, deren architektonische Ansichten er in Studien bereits 1907/08 festhält. Nach einem zweijährigen Studium an der Königlichen Kunstakademie Dresden wechselt Grosz 1911 an die Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er Schüler von Emil Orlik wird. Erstmals tauchen in Skizzenbüchern die für Grosz typischen Straßen- und Caféhaus-Szenen auf. 1913 verbringt der Künstler einige Monate in Paris. 1914 und 1917 leistet Grosz jeweils für kurze Zeit Kriegsdienst, wird aber schließlich als dienstuntauglich entlassen. In diesen Jahren erscheinen bereits in verschiedenen Zeitschriften literarische Beiträge und Zeichnungen des Künstlers, die Grosz in der Kunstwelt bekannt machen. 1919 veranstalten Grosz, Hausmann und Heartfield zusammen die erste Berliner Dada-Messe. Eine dort gezeigte Mappe mit dem Titel "Gott mit uns" bringt Grosz einen Prozess wegen Beleidigung der Reichswehr ein. Als Illustrator arbeitet er in den zwanziger Jahren u.a. für Flechtheims "Querschnitt", die kommunistische satirische Wochenschrift "Der Knüppel" und von 1926 bis 1932 für den "Simplicissimus". Unter Grosz' Mitarbeit erscheinen darüber hinaus mehrere Zeitschriften. Eine weitere Anklage erfolgt 1923 wegen "Angriffs auf die öffentliche Moral" in der Folge "Ecce Homo". 1928 kommt es zu einem dritten Prozess, in dem Grosz in der Folge "Hintergrund" Gotteslästerung vorgeworfen wird.
Die Visualisierung erotischer Phantasien ist ein fester Bestandteil im künstlerischen Werk von George Grosz. Auf einem schmalen Grat zwischen Gesellschaftssatire, Pornografie und sexueller Libertinage wandelnd, hat George Grosz hier eine Reihe von Arbeiten geschaffen, die sowohl die eine als auch die andere Sicht auf sexuelle Obsessionen bedienen. Eine stramme Männlichkeit, die hier stolz und für alle sichtbar zur Schau getragen wird, eingerahmt von zweifach einladender Weiblichkeit, entspringt erotischen Phantasien der besonderen Art, wie sie in Tagträumen nicht nur des Künstlers geistern.
1932 hält sich Grosz als Gastdozent an der Kunstschule Art Students Leage in New York auf, bevor er 1933 endgültig dorthin übersiedelt. Hier unterrichtet er bis 1955 und eröffnet daneben eine eigene Kunstschule. 1937 werden 285 Werke von Grosz aus deutschen Museen entfernt, einige Arbeiten sind in der Ausstellung "Entartete Kunst" zu sehen. Grosz wird ausgebürgert und erhält daraufhin die amerikanische Staatsbürgerschaft. Die endgültige Rückkehr nach Berlin erfolgt 1959, dem Todesjahr des Künstlers. [KD].

In ausgezeichneter, farbfrischer Erhaltung. Unter dem Passepartout geringfügig gebräunt. Kanten verso partiell mit Montierungsband, nach recto minimal durchscheinend.

EUR: 40.000 - 60.000 DIFF.(19%)
US$: 54.560 - 81.840

290
George Grosz
Spaziergänger, 1930.
Aquarell
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 42.700

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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