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Raoul Ubac

Biografien
Raoul Ubac

*  1910 Köln
† 1985 Dieudonné


Raoul Ubac, einer der wichtigsten Künstler des Surrealismus und der "Nouvelle Ecole de Paris", kommt im Jahr 1910 in Köln als Rudolf Gustav Maria Ernst Ubac zur Welt. 1914 übersiedelt die Familie Ubac nach Malmedy in Belgien. Der Junge wird am Athénée de Malmedy ausgebildet und soll seinen Beruf eigentlich in der Wasser- und Forstwirtschaft finden.
Doch Raoul Ubac entdeckt André Bretons "Manifeste du Surréalisme" und ändert seine Meinung: Er geht nach Paris und immatrikuliert sich 1930 an der Sorbonne, um an der Fakultät für Literaturwissenschaft zu studieren. Rasch kommt Raoul Ubac in Kontakt mit den Künstlern des Surrealismus.
Auf einer Reise nach Dalmatien (1932) fotografiert Raoul Ubac ein eigens arrangiertes Stillleben aus Steinen - nun entdeckt er diese Kunst für sich. Nach dem Ende der Reise schreibt er sich in Köln ein, um Fotografie und Zeichnung zu lernen.
Bis zum Ausgang der 1930er Jahre bleibt Raoul Ubac aktiver Surrealist, und mit seinen experimentellen Fotografien trägt er Maßgebliches zu dieser Strömung bei. Besonders in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts verkehrt Raoul Ubac mit so bedeutenden Künstlern wie Hans Bellmer, Victor Brauner, Benjamin Péret oder Raoul Hausmann; die berühmte Zeitschrift "Minotaur" druckt seine Aufnahmen. Gemeinsam mit Camille Bryen veröffentlicht Raoul Ubac 1934 auch unter dem Pseudonym "Raoul Michelet". Schon in den 1930er Jahren befasst sich Raoul Ubac zudem verstärkt mit der Druckgrafik.
Während des Zweiten Weltkrieges hält sich Raoul Ubac in Carcassonne auf und lässt den Surrealismus allmählich hinter sich. Es entstehen die Stillleben der Serie "Les objets les plus simples".
Nach Kriegsende, zurück in der französischen Hauptstadt, wird Raoul Ubac ein bedeutender Vertreter der "Nouvelle Ecole de Paris". Er verlegt sich nun vollkommen auf Malerei und Grafik; und von der biomorphen Form ausgehend werden die Werke von Raoul Ubac mehr und mehr gestisch-abstrakt.
Arbeiten aller Schaffensphasen von Raoul Ubac sind heute in wichtigen internationalen Museen wie dem New Yorker Metropolitan Museum zu besichtigen. 2010/11 richtet das Musée des Beaux-Arts in Liège eine umfassende Retrospektive zu Ubacs Ehren aus.
Raoul Ubac, der sich schon gegen Ende der 1950er Jahre im französischen Dieudonné niederlässt, verstirbt ebenda im Jahr 1985.