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Maria Lassnig

Biografien
Maria Lassnig

*  1919 Kappel am Krappfeld/Kärnten
† 2014 Wien


Die Österreicherin Maria Lassnig gilt mit ihrem individuellen Oeuvre als eine der herausragenden Malerinnen und Grafikerinnen der Nachkriegszeit.
Die 1919 in Kärnten (Kappel am Krappfeld) geborene Maria Lassnig, die ihre Jugend in Klagenfurt verbringt, wird zunächst zur Volksschullehrerin ausgebildet, wechselt jedoch 1941 an die Wiener Akademie der Bildenden Künste, wo sie bei Ferdinand Andri, Herbert Boeckl und Wilhelm Dachauer studiert und 1943 ihr Diplom ablegt. 1945 siedelt sich Maria Lassnig wieder in Klagenfurt an und bezieht dort ein Atelier. Bald entstehen die ersten surreal geprägten Figurationen. Wenige Jahre später (1948) lernt Maria Lassnig Arnulf Rainer kennen.
1951 zieht es Maria Lassnig erneut nach Wien, ein Stipendium führt sie zudem für einige Zeit nach Paris, wo sie auch mit dem Dichter Paul Celan und mit André Breton, dem Vater des Surrealismus, in Kontakt tritt. In Wien pflegt Maria Lassnig, deren Frühwerk auch informelle Tendenzen aufweist, ab 1956 Beziehungen zu den avantgardistischen Künstlern aus dem Umkreis der legendären Galerie St. Stephan, etwa Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und nicht zuletzt Arnulf Rainer.
Bald entstehen Maria Lassnigs Serien "Introvertierte Figurationen" und "Körperbewusstseins-Aquarelle" (1958) sowie, in den 1960er Jahren, die großen "Körpergefühls-Bilder". 1968 wandert Maria Lassnig in die USA aus, bezieht ein Atelier in New York und experimentiert in der Folge, nun in einem deutlich realistischeren Stil arbeitend, mit den Techniken des Siebdrucks und des Zeichentrickfilms. Erst ein Ruf an die Wiener Hochschule für Angewandte Kunst, wo Maria Lassnig bis 1997 eine Professur bekleidet, zieht sie 1980 zurück in die Heimat.
Die Kunst von Maria Lassnig, die im vitalen Alterswerk in expressiven und zunehmend buntfarbigen Figurationen auftritt, thematisiert den (eigenen) Körper und wurde von ihr selbst mit dem treffenden Begriff der "body-awareness", des "Körperbewusstseins", belegt.
Die zweimalige documenta-Teilnehmerin Maria Lassnig, die Österreich auf der Biennale von Venedig (1980, zusammen mit Valie Export) und auf der Biennale in Peking (2003) vertritt, wird in zahlreichen internationalen Ausstellungen gewürdigt. Zu Lassnigs 90. Geburtstag veranstaltet das Münchner Lenbachhaus 2010 eine umfangreiche Einzelausstellung der österreichischen Künstlerin. Am 6. Mai 2014 stirbt Maria Lassnig mit 94 Jahren in Wien. Noch zu Lebzeiten erhält sie unzählige Ehrungen.