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Hans Rottenhammer

Biografien
Hans Rottenhammer

*  1564 München
† 1625 Augsburg


Hans Rottenhammer wird 1564 als Sohn des Münchener Hofstallmeisters Thomas Rottenhammer geboren. Von 1582 bis 1588 geht er bei dem Münchener Maler Hans Donauer d.Ä in die Lehre. Nach Abschluss seiner künstlerischen Ausbildung unternimmt Rottenhammer eine Reise nach Italien. Sie führt ihn zunächst nach Rom (1590-96), später nach Venedig (ab 1596). In Rom findet Rottenhammer Anschluss an den Kreis der sogenannten Bamboccianti, einer Gruppe junger Maler aus Flandern und Holland, besonders an Paul Bril und Jan Bruegel d.Ä., mit denen er eng zusammenarbeitet. In Venedig erhält Rottenhammer entscheidende Einflüsse von Tintoretto und Veronese. Ab 1600 pflegt Rottenhammer Kontakte zum Prager Hof Kaiser Rudolfs II., der bei ihm ein "Göttermahl" bestellt und sich seiner Vermittlung beim Ankauf venezianischer Gemälde bedient. 1606 kehrt Rottenhammer in seine Heimat zurück und erwirbt in Augsburg das Bürger- und Meisterrecht. 1609 wird Rottenhammer an den Hof Fürst Ernsts, Graf zu Holstein-Schaumburg berufen. Hier ist er an der Ausschmückung des Goldenen Saales im Bückeborger Schloss beteiligt, für den er vier Deckengemälde mit allegorischen Darstellungen der vier Elemente gestaltet. 1613 kommt es zum Bruch zwischen Mäzen und Künstler. In den letzten Jahren seines Lebens zeigt sich ein deutlicher Rückgang seiner künstlerischen Produktivität, die vermutlich auf die wachsende Kokurrenz anderer Augsburger Künstler zurückzuführen ist. Die Bedeutung Rottenhammers für die deutsche Kunstgeschichte liegt in der Rezeption der wesentlichen Kompositionsgedanken der venezianischen Malerei des späten Cinquecento, die er in das kleine Format des Kabinettbildes überträgt, dessen frühester Vertreter er in Deutschland ist. Die Behandlung der Landschaft verrät hingegen nordische Einflüsse. Seine meist auf Kupfer gemalten Darstellungen mythologischen oder religiösen Inhalts werden bis ins 18. Jahrhundert geschätzt. Daneben schuf Rottenhammer großformatige Altargemälde für Münchener und Augsburger Kirchen sowie dekorative Fresken für die Münchener Residenz. Sein Spätwerk weist bereits klassizistische Züge auf.