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Franz X. Winterhalter

Biografien
Franz X. Winterhalter

*  1805 Menzenschwand
† 1873 Frankfurt/M.


Franz Xaver Winterhalter, dessen weltberühmte Porträts der Kaiserin Elisabeth von Österreich bis heute unser Bild von "Sissi" bestimmen, rechnet zu den wichtigsten Bildnismalern des höfischen Biedermeier.
Zur Welt kam Franz Xaver Winterhalter, Spross einer bäuerlichen Familie und mit Hans Thoma verwandt, im April 1805 im Kurörtchen Menzenschwand im südlichen Schwarzwald. Noch ein Knabe, begab sich Franz Xaver Winterhalter 1818 im Herder'schen Kunstinstitut in Freiburg in die Lehre, wo er sechs Jahre lang Zeichnung und Druckgrafik erlernte. Ein Stipendium ermöglichte Franz Xaver Winterhalter im Anschluss den Besuch der Kunstakademie in München, wo er unter Robert von Langer studierte, dem er die Entwicklung seiner technischen Meisterschaft dankt. Deutlich wahrnehmbar ist zudem der Einfluss von Joseph Karl Stieler, dessen repräsentativer Stil mit der fein vertriebenen Farbe in den frühen Werken Franz Xaver Winterhalters widerhallt.
Nach dem Studium fand Franz Xaver Winterhalter rasch den Weg in höfische Kreise: 1828 zog er nach Karlsruhe und erhielt, als Zeichenlehrer der Markgräfin Sophie bei Hofe eingeführt, viele Aufträge für Adelsporträts. Nach einer anregenden Italienreise (1833/1834), auf der bedeutende romantisierende Genrebilder unter Einfluss von Louis Léopold Robert entstanden, ernannte man Franz Xaver Winterhalter sogar zum badischen Hofmaler. Dennoch übersiedelte Franz Xaver Winterhalter 1834 nach Paris, und auch hier ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten: Der von Louis Philippe geförderte Künstler begeisterte auf den Salon-Ausstellungen und wurde bald auch in Frankreich als Bildnismaler des Hofes berühmt, so dass zum Ende der 1830er Jahre das Porträt die Genremalerei fast völlig abgelöst hatte. Im Bildnisstil löste sich Franz Xaver Winterhalter sukzessive von der Stieler'schen Strenge und gelangte zu einem gelockerten Duktus, der jedoch nie die höfische Eleganz und Schmuckfreude vermissen ließ.
In ganz Europa interessierte man sich nun für den herausragenden Meister des höfischen Bildnisses: 1841 folgte Franz Xaver Winterhalter dem Ruf von Queen Victoria nach London, wo ihn offenbar das englische Porträt des vorangegangenen Jahrhunderts faszinierte. 1852 reiste er auf Wunsch von Königin Isabella nach Spanien, und zurück in Paris protegierte Napoleon III. den Maler, der auch in Russland, Belgien, Preußen und Österreich zahlreiche Aufträge annahm. Aufgrund der großen Nachfrage musste sich Franz Xaver Winterhalter bald auf die Ausführung der Gesichter beschränken, während der Bruder Hermann Winterhalter die Kostüme malte. Häufig waren Franz Xaver Winterhalters Adelsbildnisse zudem Vorlagen für Kopie und grafische Reproduktion, so dass sie sich fest ins kollektive Bildgedächtnis einschreiben konnten.
Franz Xaver Winterhalter war aber auch selbst als Grafiker aktiv, und seine gezeichneten und lithografierten Bildnisse sind von herausragender Qualität. 1873 erlag Franz Xaver Winterhalter während eines Aufenthaltes in Frankfurt am Main einem Typhusanfall.
Heute finden sich die Werke des Franz Xaver Winterhalter in den wichtigsten internationalen Museen wie dem New Yorker Metropolitan Museum of Art, der Eremitage in Sankt Petersburg oder der Neuen Pinakothek in München.