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Felix Nussbaum

Biografien
Felix Nussbaum

*  1904 Osnabrück
† 1944 Auschwitz


Felix Nussbaum wird am 11.12.1904 in Osnabrück geboren. 1922/23 studiert er an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Hamburg. 1923 besucht er die private Lewin-Funcke-Schule in Berlin, wo er Schüler von Willy Jäckel ist. 1924/25 ist er schließlich Student an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. 1928/29 ist Nussbaum Meisterschüler von Hans Meid. Ab 1929 hat er ein gemeinsames Atelier mit seiner Lebensgefährtin und späteren Frau, der polnischen Malerin Felka Platek. 1932 erhält Felix Nussbaum ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom.
1933 wird Felix Nussbaums Berliner Atelier durch die Nationalsozialisten in Brand gesteckt, etwa 150 Gemälde des Frühwerks gehen unwiderruflich verloren. Nussbaum wird wegen seines jüdischen Glaubens drangsaliert und verfolgt. Sein Stipendium für die Villa Massimo war um ein Vierteljahr verlängert worden, was jedoch aufgrund von politischen Auseinandersetzungen mit Studienkollegen aufgehoben wird. Nussbaum muss unverzüglich abreisen, er geht nach Alassio, wohin ihm seine Bilder nachgeschickt werden.
1935 ist Felix Nussbaum mit Felka Platek in Paris, von dort reisen sie weiter nach Oostende in Belgien. James Ensor schreibt ein Gutachten zu Felix Nussbaums Malerei, mit dem er sich in das belgische Fremdenregister eintragen lassen kann. Es folgen mehrfach Umzüge innerhalb Belgiens. 1937 lebt das Paar in Brüssel, ihr Antrag für belgische Personalausweise wird abgelehnt. 1940 marschieren die deutschen Truppen in Belgien ein und Nussbaum wird als feindlicher Ausländer verhaftet. Er kann aus dem Internierungslager in Saint-Cyprien zurück nach Brüssel fliehen. 1942 bringt Felix Nussbaum seine Gemälde zu zwei Bekannten, er selbst wird von dem belgischen Bildhauer Dolf Ledel in dessen Wohnung versteckt. Wegen der Terpentingerüche, die sein Versteck enttarnen könnten, arbeitet der Maler im Keller eines befreundeten Kunsthändlers. In den 1940er Jahren beschäftigt er sich in seinen Bildern mit der Judenverfolgung, es entsteht eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Selbstporträts. 1943 schafft Felix Nussbaum mit dem Bild "Selbstbildnis mit Judenpass" sein wohl eindringlichstes Werk. 1943 kehren Nussbaum und seine Frau in ihre Wohnung zurück, wo sie am 20.6.1944 von der deutschen Wehrmacht verhaftet und nach Auschwitz gebracht werden.
Felix Nussbaum gehört zu den bedeutenden Malern der Neuen Sachlichkeit, auch wenn sein Oeuvre nur unvollständig erhalten ist. In der Geburtsstadt Osnabrück wird 1998 das Felix-Nussbaum-Haus eröffnet, wo sich mit 170 Arbeiten etwa ein Drittel des Oeuvres befindet.
Felix Nussbaum kommt am 31.7.1944 im Konzentrationslager Auschwitz um.