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Dieter Rams

Biografien
Dieter Rams

*  1932 Wiesbaden

Das Werk des Designers Dieter Rams ist untrennbar mit einem Markennamen verbunden: Braun. Von 1955 bis 1995 entwickelte der 1932 in Wiesbaden Geborene die stilbildenden Produktdesigns für den Konzern, die Funktionalismus und Reduktion in zeitlos-klare Ästhetik kleiden.
Der Enkel eines Tischlermeisters, der nach dem Krieg das Studium der Architektur und Innenarchitektur an der Werkkunstschule Wiesbaden aufgenommen hatte, arbeitete nach seinem Abschluss zunächst im Architekturbüro von Otto Apel, bis er 1955 zu Braun kam. Dort entstanden zahlreiche wegweisende Werke, zu deren ersten der Entwurf für das Radio-Phono-Kombinationsgerät "Braun SK 4" zählt. Den "SK 4" hatte Dieter Rams in Zusammenarbeit mit Hans Gugelot, jener wie Otl Aicher Mitarbeiter der Ulmer Hochschule für Gestaltung und von Braun als Berater engagiert, entwickelt. Schon dieses Frühwerk offenbart Dieter Rams konsequenten, stimmig-zurückhaltenden Stil: Im Zeitalter des Nierentisches, als Pastelltöne und runde, üppige Formen die Inneneinrichtung bestimmten, zeigte Dieter Rams sich als Erbe des Bauhauses und erdachte einen geradlinig-strengen Korpus aus weiß lackiertem Metall mit hellen Furnierholzwangen und Plexiglasdeckel, den der Volksmund bald den "Schneewittchensarg" getauft hatte. Das zukunftsweisende Design, dessen Reflexe noch heute spürbar sind, hatte bereits wenige Jahre später den Weg ins New Yorker "Museum of Modern Art" gefunden.
Dieter Rams war gemeinsam mit Hans Gugelot und Otl Aicher jahrzehntelang Galionsfigur des Braun-Produktdesigns, das sich geradezu avantgardistisch gegen die protzende Formensprache des Nachkriegsdeutschland auflehnte. Die Modernität dieser Arbeiten hat die Zeiten unbeschadet überdauert und bezeugt die Wirksamkeit eines Gestaltungskonzeptes, dessen Voraussetzung in der Überzeugung liegt, dass eine funktional wie ästhetisch hochwertige Produktgestaltung nicht nur möglich, sondern nötig ist: "Gutes Design ist ein Grundrecht."
Was "gutes Design" ausmacht und was es von "schlechtem Design" unterscheidet, hat Dieter Rams in zehn Grundsätzen festgehalten. Diese "Richtlinien" können mit den Schlagworten Innovation, Funktionalität, Verständlichkeit, Ästhetik, Zurückhaltung, Ehrlichkeit, Beständigkeit, Konsequenz, Ökologie und Reduktion überschrieben werden. Letztgenannten Aspekt fasste Dieter Rams mit einem vielzitierten und geradezu sprichwörtlich gewordenen Satz: "Gutes Design ist so wenig Design wie möglich".
"Gutes Design" setzte Dieter Rams nicht nur in der Produktgestaltung für Braun, sondern auch als Formgeber für Mobiliar um. Für die Firma Vitsoe & Zapf, heute sdr+ (Systemmöbel Dieter Rams), schuf er zahlreiche innovative und zeitlose Einrichtungsgegenstände, etwa die unaufdringlich-elegante, modulare Sesselserie "620". Auch das 1960 von Dieter Rams entworfene Regalsystem "606" wird bis heute produziert.
1981 wurde Dieter Rams als Professor für Industriedesign an die Hamburger Hochschule für Bildende Künste berufen, und zahlreiche internationale Ausstellungen und Ehrungen zeugen von der ungebrochenen weltweiten Wertschätzung des Designkünstlers. Zuletzt erhielt Dieter Rams für sein Lebenswerk den Design Preis der Bundesrepublik Deutschland und den Lucky Strike Designer Award der Raymond Loewy Fondation.

Vgl.: Dieter Rams, Designer. Die leise Ordnung der Dinge; Konzeption u. Red.: Uta Brandes, Hannover u.a. 1990.