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Barnett Newman

Biografien
Barnett Newman

*  1905
† 1970


Barnett Newman bildet gemeinsam mit Mark Rothko die alles überstrahlende "Doppelspitze" des US-amerikanischen Color Field Painting.
1905 kam Barnett Baruch Newman, Spross einer ostjüdischen Familie, in New York City zur Welt. Ein Studium der Philosophie, der Ornithologie und später der Kunst in New York nahm er 1922 auf. Gegen Ende des Studiums, 1930, prägten Kontakte zu aufstrebenden Malern wie Jackson Pollock, Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Milton Avery den jungen Barnett Newman.
Sein eigener Erfolg als Künstler ließ aber noch ein wenig auf sich warten. Barnett Newman verdiente in den 1930er Jahren als Kunstlehrer an High Schools in New York sein Brot und schuf ein surreal und abstrakt-expressiv geprägtes Frühwerk, das er später selbst zerstörte, denn in den ausgehenden 1940er Jahren schien ihm die Zeit gekommen, eine gänzlich neue Ära der Malerei zu begründen.
1947 / 1948 erschienen in der Zeitschrift "Tiger's Eye", deren Mitherausgeber Barnett Newman war, seine wegweisenden theoretischen Texte "The First Man was an Artist" und vor allem "The Sublime is Now". Barnett Newman verlieh diesen Theorien von einer "erhabenen", meditativ durchgeistigten Kunst mit seinem reifen Stil - 1948 war der Maler bereits 43 Jahre alt - ihr berühmt gewordenes Gewand. Ausgehend unter anderem von der Kunst der Indianerstämme forderte Barnett Newman eine abstrakte Bildsprache, "rituellen Willen" der Bilddynamik und als überstrahlendes Ziel "Vision" und "Erleuchtung".
Mit welchen malerischen Mitteln Barnett Newman dies erreichte, lässt sich exemplarisch an seinem riesigen Gemälde "Vir Heroicus Sublimis" (1950, New York, Museum of Modern Art) aufzeigen: Das gewaltige, sich dem ordnenden, Strukturen suchenden Blick durch seine Größe entziehende Querformat von mehr als fünf Metern Breite und knapp zweieinhalb Metern Höhe ist mit einem intensiven, subtil und vielschichtig aufgetragenen Rot flächendeckend überzogen und von den charakteristischen "zips" (Reißverschlüssen), vertikalen Farbstreifen, die das Format ohne Anfang und Ende durchziehen, gegliedert. Vom Betrachter fordert das gewaltige, von gegenständlichen Assoziationen völlig befreite Werk eine Hingabe an die Farbe und ein transzendentales, meditatives Erleben ein.
Barnett Newman, der mit seinem Oeuvre spätestens in den 1960er Jahren zu Weltruhm gelangt war, nahm 1959 einen Lehrauftrag an der University of Saskatchewan im kanadischen Saskatoon und 1962 eine Dozentur an der University of Pennsylvania in Philadelphia an. 1970 verstarb Barnett Newman in seiner Geburtsstadt New York.
Der zweifache documenta-Teilnehmer Barnett Newman (documenta 1, 1959 und documenta 4, 1968) wurde mit zahlreichen internationalen Einzelausstellungen geehrt und ist weltweit in den berühmtesten Museen und Sammlungen vertreten. Zuletzt widmete 2003 die renommierte Tate Modern in London dem großen Farbfeldmaler Barnett Newman eine umfassende Retrospektive.