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Ad Reinhardt

Biografien
Ad Reinhardt

*  1913 Buffalo
† 1967 New York


Ad Reinhardt, der weltberühmte "schwarze Mönch" der Farbfeldmalerei, gilt als große Koryphäe der amerikanischen Nachkriegsabstraktion.
Geboren wurde Ad (Adolph) Reinhardt 1913 in Buffalo. Als junger Mann übersiedelte er 1931 nach New York, um an der Columbia University Kunstgeschichte (unter anderem bei Meyer Schapiro) zu studieren. Nach einer Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg setzte er seine Studien am New Yorker Institute of Fine Arts fort und forschte insbesondere über die Kunst des Fernen Ostens. 1936 hatte Ad Reinhardt zudem ein Malerei-Studium an der National Academy of Design und der American Artists School aufgenommen, und schon bald darauf wurde er Mitglied der "American Abstract Artists". Bis 1947 blieb Ad Reinhardt Teil der Gruppierung.
Während der Kriegsjahre finanzierte sich Ad Reinhardt als Kunstkritiker und Marinefotograf, bevor er ab 1947 als Dozent am New Yorker Brooklyn College und weiteren Universitäten und Instituten wirken konnte. Als richtungsweisender Maler trat Ad Reinhardt 1955 erstmals vor eine breitere Öffentlichkeit: In diesem Jahr zeigte er erste "schwarze Bilder", und ab 1960 widmete er sich ausschließlich den berühmten "black paintings". Ad Reinhardts "black paintings" waren der Kulminationspunkt einer Idee, die bei der Vorkriegsabstraktion eines Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch ihren Anfang nahm und die Ad Reinhardt auf die höchstmögliche Entwicklungsstufe eines rein selbstreferenziellen Purismus in der Kunst zu heben suchte. Im Gegensatz zu manchen anderen Color Field Painters wie Barnett Newman lehnte Ad Reinhardt die Mystifizierung von Kunst dabei kategorisch ab. Die Reduktion des Kolorits bis hin zum bloßen, aber auch mit dunklen Binnenflächen strukturierten, subtil abgestuften Schwarz und die Tilgung der individuellen Handschrift sind in diesem Sinne konsequente Schritte auf Ad Reinhardts künstlerischem Weg.
1967 verstarb Ad Reinhardt, der auch ein begabter Karikaturist war, in seiner Wahlheimat New York.
Ad Reinhardt, der in seinem Todesjahr 1967 das Guggenheim-Stipendium erhalten hatte und posthum 1968 an der documenta 4 in Kassel teilnahm, wurde bereits zu Lebzeiten mit zahlreichen bedeutenden Ausstellungen geehrt, darunter 1966 eine Retrospektive im Jewish Museum in Brooklyn. 1991 zeigte das Museum of Modern Art in New York eine große Werkschau. Arbeiten von Ad Reinhardt befinden sich weltweit in renommierten öffentlichen Sammlungen wie dem Irish Museum of Modern Art in Dublin, dem Museu Berardo in Lissabon, dem National Museum of Modern Art in Tokio oder dem ZKM in Karlsruhe.