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Aurélie Nemours

Biografien
Aurélie Nemours

*  1910 Paris
† 2005 Paris


Aurélie Nemours, eine der wichtigsten Künstlerinnen der geometrischen Abstraktion, kommt im Jahr 1910 in Paris zur Welt. 1929 immatrikuliert sie sich an der École du Louvre, wo sie bis 1932 Kunstgeschichte belegt. Im Anschluss absolviert Aurélie Nemours zahlreiche weitere Studien - Latein, Theologie und Philosophie, aber auch Mathematik sowie Astronomie - und eignet sich einen großen Wissensschatz an.
1937 dann wendet sich die frisch vermählte Studentin der künstlerischen Praxis zu. Im Atelier von Paul Colin erlernt sie zunächst den Umgang mit dem Zeichenstift. 1941 wechselt Aurélie Nemours für drei Jahre an die Akademie von André Lhote, um die malerischen Techniken kennenzulernen. Nach dem Krieg vervollständigt sie ihre umfassende Ausbildung bei keinem Geringeren als Fernand Léger, in dessen Atelier sie zwischen 1948 und 1951 lernt.
Von dieser festen Basis aus geht Aurélie Nemours schließlich den entscheidenden Schritt in die geometrische Abstraktion. Im Sinne von "De Stijl" um Theo van Doesburg und Piet Mondrian sucht auch Nemours eine selbstreferenzielle Kunst von höchster Klarheit. Konsequent reduziert sie ihren Formenkanon auf Horizontale, Vertikale und Rechtecke. Als subtile Koloristin arbeitet die Künstlerin dabei gerne mit den Wirkungen der Farbe. Die pure Reinheit der geometrischen Form steht dagegen in ihren virtuosen Schwarz/Weiß-Bildern im Zentrum.
Öffentlich wahrgenommen wird das Schaffen von Aurélie Nemours, in den Kreisen der Pariser Nachkriegsavantgarde fest verwurzelt, seit ihrer ersten Ausstellung im Jahr 1953 (Galerie Colette Allendy). Spätestens ab dem Ende der 1980er Jahre wird Nemours als eine der Koryphäen der französischen geometrischen Abstraktion gewürdigt. 2004 krönt schließlich eine umfassende Retrospektive im renommierten Pariser Centre Pompidou das Lebenswerk von Aurélie Nemours.
Im Jahr darauf verstirbt die Künstlerin in ihrer Geburtsstadt Paris.